Weihnachts-Shopping vor Lockdown: Sargnägel werden knapp

Noch zwei Tage bis zum Lockdown und besorgte Bürger stürmen die Innenstädte, um noch schnell ihre Weihnachtseinkäufe zu erledigen.

Wir haben uns in der Frankfurter Innenstadt umgeschaut, wo der Oberbürgermeister am Samstag klugerweise noch Werbung fürs Shopping und die Nutzung des ÖPNV gemacht hatte.

Hier kann man noch zwei Tage ansteckende Weihnachtsatmosphäre und Shopping-Trubel in der ansonsten tristen Vor-Lockdown-Zeit genießen. Endlich wird das Motto „shop till you drop“ ernst genommen und mit Leben erfüllt.

Doch es ziehen dunkle Wolken auf am Shopping-Himmel: erste Produkte werden knapp. Ein eigentlich beliebtes Mitbringsel dieses Jahr sind Sargnägel. Denn viele junge Menschen haben sich vorgenommen, ihren älteren Familienmitgliedern ein einmaliges und unvergessliches Weihnachtsfest zu bereiten. Doch vielerorts sind Sargnägel bereits am Montag ausverkauft. Einzelhändler B. Statter: „Es ist der absolute Wahnsinn. Die Leute rennen uns den Laden ein, als gäbe es kein Morgen! Urnen sind auch schon fast alle vergriffen. Wir machen jetzt richtig Asche!“

Inge W. ist auch noch auf der Suche: „Ich wollte meinem Opa eigentlich ein Geschenk mitbringen, das ihm so richtig den Atem verschlägt.“ Nach einigen Stunden ist sie doch noch fündig geworden: Sie wird ihren Opa unter die Erde bringen – mit einem „Jochen Schweizer“-Gutschein für den Besuch eines Bergwerks.

Auch Romantiker wollen noch schnell zuschlagen, wie Eric B., der etwas für seine Freundin sucht: „Ich will sie zu Weihnachten richtig flachlegen. Deshalb habe ich mich ins Getümmel gestürzt. Vielleich klappt es mit Corona?“ Trotz Erkältung und Fieber hat er sich auf den Weg gemacht, um erst den Einzelhandel und dann seine Freundin zu beglücken.

Optimisten wie ihn trifft man hier zum Glück an jeder Ecke. Wenige wollen auf die Besuche bei der Verwandtschaft verzichten, wie zum Beispiel Thorsten S.: „Es würde meine Oma umbringen, mich nicht zu sehen. Ich will ihr dieses Jahr eine richtig schöne Bescherung machen!“.

Abseits der Innenstädte meldet Ikea bereits Engpässe aus der Bestattungsabteilung. So ist momentan der „Särg“ , der Sarg zum selbst bauen, heiß begehrt. Zum Redaktionsschluss gibt es das auch als „Beerdigungs-Billy“ bekannte Produkt nur noch in Weiß.

Eines aber ist sicher: An den Festtagen selbst wird es dieses Mal besinnlicher zugehen, denn viele Menschen erwarten Lesungen aus dem alten Testament oder dem Testament vom Alten. Zwar werden diese Lesungen in den meisten Fällen durch einen Notar vollzogen, das tut der festlichen Stimmung aber keinen Abbruch.

Lesen Sie hier, was für Lockdown-Varianten es noch gibt.

Bild: Pixabay

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