Vorbild Unions-Fraktion: Bürger*innen sollen per Brief erklären, keine Straftaten begangen zu haben ­– Ermittlungen bald überflüssig

Genialer Schachzug des Fraktionsvorstandes der Unionsfraktion im Zuge der sogenannten Maskenaffäre um die Abgeordneten Nüßlein und Löbel: Alle Fraktionsmitglieder wurden per Brief angeschrieben und sollen bis Freitag erklären, dass sie keine finanziellen Vorteile im Umgang mit der Corona-Pandemie erzielt haben.

Radikale Maßnahmen, aber als „Law & Order“-Partei weiß die Union, dass man im Kampf gegen Korruption und Verbrechen in den eigenen Reihen hart durchgreifen muss.

Maßnahmen, die sich nun auch das Bundeskriminalamt (BKA) zum Vorbild nehmen will. BKA-Sprecherin Seibold: „Zuerst waren wir etwas überrascht über die robusten Methoden der Unions-Parteien. Briefe mit fettgedruckten Buchstaben und sogar einer Frist. Da haben Gesetzesbrecher natürlich keine Chance unentdeckt zu bleiben.“

Deshalb will das BKA mit der Operation „Tabula Rasa“ die Verbrechensbekämpfung in Deutschland auf die Spitze treiben. Seibold erklärt: „Ab nächster Woche werden alle strafmündigen Bürger*innen einen Brief vom BKA erhalten. Darin müssen sie erklären, keine Verbrechen begangen zu haben und den Brief innerhalb von 5 Werktagen zurückschicken. Nach der Auswertung wissen wir also genau, wer eine weiße Weste hat und wen wir zum Verhör auf die nächste Polizeiwache zitieren müssen.“

Das BKA geht davon aus, so mit einem Schlag alle Verbrechen der Vergangenheit aufklären zu können. Aktive polizeiliche Ermittlungen könnten sogar bald ganz der Vergangenheit angehören, wenn die Brief-Aktion regelmäßig durchgeführt wird. Die Ankündigung war hingegen ein Schock für viele Straftäter. Etliche Selbstanzeigen, noch vor der eigentlichen Brief-Versendung, wurden seitens des BKA im Laufe des Tages verzeichnet.

Wir konnten mit Egon W. sprechen, der sich gerade bei der Polizeidirektion Nord in Münster wegen eines Wildpinkel-Deliktes aus dem Jahr 1987 anzeigen will. „Ich hätte nie gedacht, dass sie mich eines Tages erwischen“, so W. nach der Vernehmung, „aber ehrlich gesagt bin ich auch froh, dass ich dieses dunkle Geheimnis nicht mehr mit mir rumtragen muss. Vielleicht kann ich jetzt endlich wieder ruhig schlafen. Und überhaupt – was wäre die Alternative gewesen? Einfach falsche Angaben im Brief zu machen? So weit würde doch keiner gehen!“

Verbrecher hassen diesen Trick!

Foto (bearbeitet): Shutterstock

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