Historische Chance – wird eine Ampelkoalition endlich Pizza Hawaii verbieten?

Tempolimit, Cannabis-Legalisierung, Ausbau erneuerbarer Energien – eine mögliche Ampelkoalition hätte bereits viele wichtige Punkte auf der Agenda. Doch kaum ein Thema treibt die Bürger so sehr um, wie Pizza Hawaii. Immer noch wird diese kulinarische Monstrosität offen produziert und zum Verkauf angeboten. Schlimm: Da viele Menschen nach einer Corona-Erkrankung ihren Geschmacks-Sinn verloren haben, stieg der Konsum von Pizza Hawaii in den letzten Monaten sogar! Doch selbst ohne Corona-Erkrankung gibt es genug verlorene Seelen, die auf die Kombination von Tropenfrüchten und Pizza schwören. Seit ihrer Erfindung spaltet die Pizza Hawaii Meinungen und Geschmacksnerven und treibt einen herzhaft-süßen Keil zwischen die Menschen. Doch wie konnte es so weit kommen?

Nach der Entdeckung der Ananas durch Kolumbus im Jahre 1493 in Guadeloupe, fand die Ananas in Europa aufgrund ihrer Süße rasch Befürworter. Doch das Sakrileg eine Pizza mit Ananas zu belegen, geschah erstmalig am Hofe von Kaiser Karl III. „dem Einfältigen“. Mit dem Ziel ihn zu vergiften, ließen seine adligen Widersacher ein Fladenbrot mit Tomatensauce, Schinken, Käse und Ananas belegen. Die Hofchroniken überlieferten die Absichten der Verschwörer: „Die förchterbare Kombynation derlei süs und sauer Vitualien dem Tor ein End bereiten soll. Fürwahr, ein elend Gift derart Tafeley.“ Doch wider Erwarten überlebt der Kaiser den hinterhältigen Anschlag, befand die seltsame Mischung für lecker und machte die Pizza Hawaii fortan hoffähig. Eine sofortige Ächtung durch Papst Leo X., in der diese Pizza als „Zeugnis von Satans Afterballen, gebacken in den Öfen der Hölle“ bezeichnet wurde, konnte die Weiterverbreitung da schon nicht mehr aufhalten. Auch Luther bezog in seinen 95 Pizza-Thesen Stellung: „Gott hat Ananas und Pizza auf verschiedenen Erdteilen voneinander getrennt. Wer ist der anmaßende Frevler, der diese beiden in unheiliger Ehe verbindet?“. Doch die Kluft zwischen Befürwortern und Gegnern der Pizza Hawaii war bereits zu tief. In der Folge versank Europa in blutigen Glaubenskriegen. Die Flüsse waren von Tomatensauce rot gefärbt, tausende Pizzen endeten als Hexenwerk auf dem Scheiterhaufen.

Auch in den folgenden Jahrhunderten war die Pizza Hawaii immer wieder Auslöser von Konflikten. Legendär der angebliche Ausspruch von Marie Antoinette: „Wenn sie kein Brot haben, dann sollen sie doch Pizza Hawaii essen!“. Der Funke, der die Französische Revolution auslöste. Sogar in der Kunst hat sie Spuren hinterlassen. Im Bild „der Schrei“ (1893) stellte Edvard Munch sein Entsetzen dar, als er Pizza Hawaii auf der Speisekarte seines (bis zu diesem Zeitpunkt) Lieblings-Italieners entdeckte.

Israelische Wissenschaftler haben inzwischen herausgefunden, dass Pizza-Hawaii-Liebhaber mit 124%-er Wahrscheinlichkeit zur Psychopathie neigen. Wenig verwunderlich, hatte sie ihren letzten großen historisch verbürgten Auftritt doch als letzte Mahlzeit im Führerbunker. Allgemein bekannt ist Hitlers Wutausbruch, als aufgrund der Einkesselung Berlins durch die Sowjet-Armee der Nachschub an Dosen-Ananas zu versiegen drohte. Doch auch nach dem zweiten Weltkrieg konnte das in Italien ursprünglich als „Pizza Psicopatico“ bekannte Gericht einem Verbot entgehen. Zu viele Altnazis in Machtpositionen arbeiteten im Verborgenen gegen ein Verbot der Pizza Hawaii. Später überlagerten andere Themen wie der kalte Krieg und Helene Fischers Schwangerschaft weitere Verbotsinitiativen.

Nun endlich könnte eine neue Regierung dem Spuk ein Ende bereiten. Denn die Pizza Hawaii ist nicht nur ein kulinarischer Schlag ins Gesicht. Dank Schinken und Tropenfrüchten stellt sie auch einen hässlichen CO2-Fußtritt in den Allerwertesten aller aufgeklärten Menschen dar. Selbst für die FDP, sonst gegen jede Art von Verboten, ist der Fall klar: Die Freiheit hört dort auf, wo Ananas auf eine Pizza gelegt wird. Sollte es endlich zum Verbot kommen, würde Pizza Hawaii vor dem Gesetz ähnlich wie harte Drogen behandelt werden. Schon beim Besitz weniger Gramm könnte Freiheitsentzug drohen! Das Entstehen einer illegalen Pizza Hawaii-Szene mit entsprechenden Dealer-Netzwerken würde dabei bewusst in Kauf genommen. Zumindest wäre die Pizza Hawaii dann dort, wo sie hingehört: Unter schlecht beleuchteten Unterführungen, hastig verschlungen von Menschen, die die Kontrolle über ihr Leben verloren haben.

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Bilder: Shutterstock

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