Fußgänger-Maut kommt 2021

Nachdem er die LKW-Maut gegen die Wand gefahren hat, hofft Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer mit seinem neuen Projekt wieder auf die politische Überholspur zu kommen.

Die Bundesregierung plant eine Fußgänger-Maut einzuführen. Dies verkündete Bundesverkehrsminister Scheuer auf einer eigens anberaumten Pressekonferenz im Bundesverkehrsministerium. Jeder Bürger, der ab 2021 öffentliche Fußwege benutzen möchte, muss eine gut sichtbare Maut-Plakette auf dem Kopf tragen. Da die Maut nach ihrem Schöpfer benannt werden soll, und nachweist, dass die Person korrekt besteuert ist, wird sie den Schriftzug „Be-Scheuert“ tragen.

Auch aus alten Fehlern scheint der Minister gelernt zu haben. Da die EU-Gesetzgebung es untersagt nur Ausländern die Scheuer-Maut auf den Kopf zu hauen, hat sich PS-Andi auch schon etwas einfallen lassen. „Zuerst dachten wir an ein kompliziertes Schachtelsystem, bei dem jedem Deutschen der Maut-Betrag über die Einkommenssteuer zurückverrechnet wird“, erklärte der Auto-Minister, „aber das war mir zu kompliziert und bestimmt verpetzt mich wieder jemand.“

Stattdessen soll nun allen Bundesbürgern in ausgewiesenen Unterführungen gegen Vorlage eines deutschen Personalausweises der Betrag in bar in unbeschrifteten Umschlägen ausgezahlt werden. Scheuer erhofft sich mit den Einnahmen der ausländischen Fußgänger neue Mittel, um die strapazierte Infrastruktur zu sanieren. Außerdem soll so der Fußgänger-Verkehr aus anderen EU-Ländern reduziert werden. Deutschland sei ein klassisches Fußverkehr-Transitland; etliche Gehwege und Fußgänger-Brücken seien bereits stark in Mitleidenschaft gezogen. Gerade viele osteuropäische Fußgänger seien oft überladen und mit unzulässigem und oft völlig abgenutztem Schuhwerk unterwegs.

Das Projekt sei bereits angelaufen – die milliardenschweren Verträge mit Maut-Dienstleister „Per Paydes“ hat Scheuer auch schon unterschrieben. „Wir Bayern schießen schnell!“ verkündete er stolz.

Die Pressemeldungen waren kaum fertig geschrieben, da folgte der zweite Unions-Knaller: Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, kam auf einem Schwein auf die Bühne geritten. „Ich habe vor ein paar Wochen von Andis Super-Idee gehört und wollte gleich mitmachen“, erklärte sie den staunenden Journalisten.

Dann verwies sie auf ein Schau-Bild hinter dem Podium. „Die Super-Idee der Lebensmittel-Ampel wird mit der Super-Idee der Fußgänger-Maut kombiniert.“ So sollen die Maut-Plaketten mit einem Chip versehen werden, welcher die wichtigsten Gesundheits-Daten wie BMI, Vorerkrankungen und sexuelle Vorlieben enthält. Je nach Grad des Übergewichts sollen die an jedem Supermarkt-Regal installierten Lebensmittel-Ampeln dann das passende Licht anzeigen, bei Rot soll zusätzlich ein Windows-Fehlermeldungsgeräusch ertönen. So würden zum Beispiel stark übergewichtige Personen am Süßigkeiten-Regal ein rotes Licht sehen, und nur noch am Obst- und Gemüseregal freie Fahrt bekommen. Im ersten Schritt beruhe das Konzept noch auf der Selbstverantwortlichkeit der mündigen Bürger, sowie des im Mittelalter (und heute noch in Bayern) bewährten Pranger-Prinzips. „Sollte sich in der Praxis aber herausstellen, dass das gute alte Bodyshaming nicht ausreicht“ , fügte Klöckner mahnend hinzu, „so werden wir in Phase 2 Lebensmittel-Schranken einführen, welche den Zugang zu ungesunden Lebensmitteln für die betroffene Personengruppe physisch verhindert.“

Der Doppelschlag war den beiden gelungen und während das Blitzlicht gewitterte warf Klöckner den Journalisten zufrieden Würstchen zu und Scheuer machte das, was er am besten konnte: laute Motorengeräusche mit dem Mund.

Während der anschließenden Fragerunde wurden noch praktische Details geklärt. So entgegnete Scheuer auf die Frage, wie die Plakette angebracht werde: „Der ph-neutrale Kleber wird gleich mitgeliefert und geht ganz leicht mit Scheuer-Milch wieder ab“.

Als alle Fragen beantwortet waren, verließ Frau Klöckner mit dem Schwein die Bühne.

Foto: https://pixabay.com

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