Deutsche Bahn testet Bundesnotbremse – ICE kommt nach 378 km zum Stehen

Jetzt soll sie also kommen, die berüchtigte „Bundesnotbremse“ zur Eindämmung des Infektionsgeschehens. Dabei wurde keine Zeit verloren: Eine Notbremse auf Länderebene ab einem Inzidenzwert von über 100 war erst am 03. März vereinbart worden, nur an der Umsetzung hat es gemangelt. Nun soll also dieselbe Regelung plus Ausgangssperre, nach mehreren Debatten im Bundestag, nächste Woche auf Bundesebene beschlossen werden. Sieben Wochen – Nur Diätenerhöhungen werden noch schneller beschlossen. Bis dahin werden die Bürgerinnen und Bürger aufgefordert, sich bitte nicht weiter mit dem Corona-Virus zu infizieren.

Nun hat auch die Deutsche Bahn zum ersten Mal das Konzept der Bundesnotbremse in einem ICE getestet. Dadurch verspricht sich der Konzern eine höhere Akzeptanz in der Bevölkerung.

Am Samstagmorgen startet der Test-Zug auf der extra gesperrten Strecke München-Berlin. Mit an Bord: unser Scheinheiligenschein-Reporter. Bahn-Sprecher Andreas Kreuz kommentiert dabei die Vorgänge gegenüber den anwesenden Journalisten. Vor Abfahrt präsentiert er stolz die zwischen Führerstand und Passagierabteil installierte Bundesnotbremse mit offiziellem Siegel.

Doch die erste Stunde von München nach Nürnberg wird mit hitzigen Diskussionen verbracht. Lokführer, Pressesprecher und Journalisten haben unterschiedliche Ansichten, wie und wann die neue Bundesnotbremse gezogen werden muss. In dieser Zeit werden fünf der auf der Bahnstrecke aufgestellten Hindernisse durchfahren. Nach der Durchfahrt des Nürnberger Hauptbahnhofes fasst sich Andreas Kreuz schließlich ein Herz und betätigt die Bundesnotbremse. Sofort ertönen Warnsignale und eine Bandansage beginnt: „Bitte begeben Sie sich auf ihre Plätze und schnallen sich an. Dieser Zug wird zu einem Zeitpunkt in der Zukunft bremsen.“ Der Zug rast mit unveränderter Geschwindigkeit weiter.

Nach zwei Stunden und 51 Minuten kommt der Zug schließlich zum Stehen, 378 km nach Betätigung der Bundesnotbremse. Wir haben den Berliner Hauptbahnhof, die ursprüngliche Endstation, erreicht.
Bahn-Sprecher Andreas Kreuz zieht ein Fazit: „Ich denke wir können heute zufrieden sein. Der Zug ist nicht entgleist. Gut, der Zeitraum zwischen Ankündigung und tatsächlichem Einsetzen des Bremsvorganges scheint noch etwas langgezogen, aber nur so können wir sicher sein, dass alle Beteiligten gut vorbereitet sind.“

Die Bahn will nun die Bundesnotbremse nachjustieren, so viel Zeit muss sein.

Mehr Verkehr: Wie der ADAC gegen ein Tempolimit wirbt

Fotos (bearbeitet): Pixabay

Share and Enjoy !

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ähnliche Beiträge