„Müssen uns erst langsam wieder auf Vor-Corona-Niveau saufen“ – Bayerns Biergärten öffnen mit 0,1l-Maß

Ab Montag werden in vielen bayrischen Kommunen die Biergärten wieder öffnen.

Nach den Lockdown-bedingten Schließungen der Gastronomie gibt es nun endlich wieder die Möglichkeit, die kulinarischen Wunder der Biergärten zu genießen. Ach ja, und in rauhen Mengen Bier aus Maßkrügen konsumieren, kann man dort auch.

Doch genau das macht den Betreiber*innen nun Sorgen. Denn: der Bierkonsum ist während des Lockdowns auf ein historisches Tief gesunken. Das heißt, die Biergärten werden von absoluten Alkohol-Amateur*innen heimgesucht werden. Braut sich hier die nächste Krise zusammen?

Sepp Noagerl, der Präsident der bayrischen Biergarten-Gesellschaft wird deutlich: „Nachdem die dritte Welle gebrochen wurde, laufen wir Gefahr, die vierte Welle zu erbrechen! Die Politik hat eine brandgefährliche Situation hervorgerufen, und die Gastronom*innen sollen mal wieder die Brocken aufheben! Die wenigsten Gäste können doch nach der langen Lockdown-Zeit das, also die, Maß noch richtig halten.“

In einer eilig einberufenen Krisensitzung erörterte die Biergarten-Gesellschaft Gegenmaßnahmen zum drohenden kollektiven Brechen der Zwangsabstinenz. Eine rettende Idee wurde dort geboren: Wenn das, also die Maß, kleiner ist, kann man sie besser halten. Deshalb wird bis zum Sommer das Bier nur in 0,1l-Krügen statt der sonst üblichen 1,0l-Maßkrügen verkauft.

Sepp Noagerl erklärt: „Ich habe das einmal bei einer Auslandsreise gesehen. In Köln da servieren die das sogenannte Bier seit je her in winzigen Gläschen. Damals hab ich mich schier kaputt gelacht. Doch jetzt wird uns diese exotische Idee den Saison-Start retten!“

Denn im Gegensatz zu Köln muss man in Bayerns Biergärten sein Bier oft selbst abholen. Gibt es eine Bedienung, dann macht diese sich so rar wie Impftermin. Dazu kommt noch die königlich-bayrische Schaumquote von mindestens 50%. So kann selbst die geübteste Kundschaft nicht mehr als 200ml Bier pro Stunde konsumieren; Alkohol-Exzesse sind also fast unmöglich.

Doch natürlich soll das kein Dauerzustand bleiben, wie Sepp Noagerl verspricht. Man wolle das Pensum im Laufe des Sommers langsam wieder nach oben schunkeln. Aber immer mit Augenmaß!

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Foto: Fotos (bearbeitet): PixabayShutterstock

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