Berliner Techno-Club „KitKatClub“ wird Corona-Testzentrum – Dr. Motte übernimmt medizinische Leitung

Im Kampf gegen die weiter wütende Corona-Pandemie, werden immer mehr ungewöhnliche Orte zu Impf – und Testzentren umgebaut. So auch der berühmt-berüchtigte „KitKatClub“ in Berlin, ein legendärer Veranstaltungsort für Fetisch- und Technopartys.

Die Umstellung fällt dabei nicht schwer: Maskentragende Menschen in Lack und Latex, die sich gegenseitig Gegenstände einführen – ein vertrautes Bild für die Betreiber und ein Stück zurückgewonnene Normalität für die gebeutelte Berliner Party-Szene.

Um die ursprüngliche Atmosphäre zu erhalten, will man den Besuchern unter dem Motto „testator“ auch sonst so viel KitKat wie möglich bieten. Grimmige Türsteher sorgen für eine strenge Türpolitik und eine erlesene Besucher-Schar. Röhrchen für die Abstriche muss man sich beim „Dealer“ auf der schummrigen Toilette besorgen. Die Abstriche selbst werden dann von leicht bekleideten „Kitties“ aller bekannten Geschlechter im Takt des wummernden Techno-Beats vorgenommen oder wahlweise durch das Glory Hole an der Wand. War das ein Test-Stäbchen oder doch was anderes? Für Spannung ist gesorgt! Die Ergebnisse werden dann am nächsten Morgen auf dem Instagram-Account des Clubs veröffentlicht.

Für den medizinischen und musikalischen Ablauf verantwortlich zeigt sich DJ-Legende Dr. Motte. Viele Jahre hatte er warten müssen, bis er mit seinem speziellen beruflichen Hintergrund alle Register ziehen konnte. Dr. Motte: „Immer musste ich mich entscheiden zwischen DJ- oder Doktor-Dasein – aber nie konnte ich beide Welten vereinen. Für mich ist hier ein Traum in Erfüllung gegangen.“ Er will sich nun die Arbeit mit Rap-Legende Dr. Dre teilen, der sich an den „Still R.K.I.“ Themen-Abenden verantwortlich zeigen wird.

Die Besucher Ulla und Timo (beide 25) jedenfalls sind begeistert. Ulla: „Es war eine tolle Erfahrung. Die Musik, die Lichter und die freakigen Leute überall. Ich wäre am liebsten bis zum Morgengrauen durchgetestet worden. Wir kommen aber bestimmt bald wieder!“ In der Szene hat sich die Nachricht schnell herumgesprochen – eine beachtliche Schlange hat sich bereits in der Köpenicker Straße gebildet.  

Einziger Wehrmutstropfen: Die Tests können bisher nur oral und nasal durchgeführt werden, hier hofft man in Zukunft noch auf mehr Optionen.

In der zweiten Stufe soll der „KitKatClub“ dann zu einem vollwertigen Impf-Zentrum ausgebaut werden. Zwar werden dort zu normalen Zeiten die Drogen der Wahl nicht per Kanüle verabreicht, aber man zeige sich lernbereit, so die Veranstalter. Gespritzt wurde auf den frivolen Fetisch-Partys ja auch in nicht unerheblichem Ausmaß.

So sollen ab Anfang 2021 unter dem Motto: „Spitz & Spritz“ bis zu 2000 Besucher pro Tag geimpft werden. Jeder 10. Besucher erhält einen „Aperol Spritz“ zum Mitnehmen aufs Haus.

Lesen Sie hier, wie die Berliner Polizei nun gegen Demonstranten vorgehen will.

Foto: Pixabay

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