Baumärkte zu: Immer mehr Männer leiden unter „Obi-Wahn Neurosie“

Derzeit kann man leises Schluchzen aus den Garagen und Werk-Kellern der Nation vernehmen. Denn: alle Baumärkte sind im Rahmen des jetzigen Lockdowns geschlossen. Still leidende Männer sind das wahre Opfer der Pandemie!

Baumärkte, das sind die letzten Kathedralen der Männlichkeit und ein Rückzugsort für diese scheue und bedrohte Spezies. Im Baumarkt konnte „mann“ für ein paar Stunden der Enge des eigenen Zuhauses entfliehen und ungestört durch die Prärie der Gänge streifen, ohne von nervigen Verkäufern belästigt zu werden. Kühne Projekte wurden in diesem Männer-Biotop geplant, um sie anschließend halbfertig mit dem Vorschlaghammer zu zertrümmern.

Stattdessen nun: Harter Lockdown. Ein Weihnachten im Kreise der Familie, nur mit Liedern, Gesprächen und Brettspielen, droht grausame Realität zu werden.

Inzwischen häufen sich Berichte von Männern, die orientierungslos im Wald herumirren, auf der Suche nach einer bestimmten Dübelgröße oder dem Metall-Lack in lichtgrau. Nachts treffen sich kleine Männergruppen, um in stillgelegten Fabrikhallen den Boden zu schleifen und die Fenster zu sanieren. In Berlin hat sich ein 57jähriger Mann ins Bein gebohrt, um überhaupt noch etwas zu fühlen. Mediziner sprechen dabei von „Obi-Wahn Neurosie“, einer kollektiven Zwangsneurose, die durch das Schließen der Baumärkte verursacht wurde. Das Gefühl durch den Lockdown vom Praktiker- zum Theoretiker-Dasein verdammt zu sein, löst bei den Betroffenen starke Phantomschmerzen, Depressionen und Zwangshandlungen aus.

Heike K. aus Minden hat schnell reagiert: „Wir haben für meinen Mann einen kleinen Baumarkt eingerichtet, so wie für die Kinder den Kaufmanns-Laden. Das spielen wir jeden Tag 1-2 Stunden. Die meiste Zeit steht er nur vor den Regalen und man darf ihn auch nicht ansprechen. Ich muss dann nur am Schluss die Kasse machen.“

In Krisenzeiten gilt es kreativ zu sein, so wie auch Ute P. aus Leipzig: „Ich habe gesehen, dass mein Dieter in ein großes Loch gefallen ist. Also habe ich ihm eine Beschäftigung verschafft: er darf jetzt unsere Raufaser-Tapete glätten; Faser für Faser mit einem Zahnstocher.“

Experten raten dazu, einfühlsam mit den Betroffenen umzugehen. Auf keinen Fall sollte man die Männer direkt ansprechen, denn das ist ja genau das, was sie vermeiden wollten. Stattdessen sollte der Mann einen Rückzugsort inklusive Beschäftigung bekommen und idealerweise komplett isoliert werden.

Nach einem lautstarken Protest mit Kreissägen und Winkelschleifern vor dem Kanzleramt, will die Bundesregierung endlich auf die Krise reagieren und Männer-Notfall-Sets an Haushalte mit mindestens einem männlichen Erwachsenen verteilen. Die Sets beinhalten einen Kasten Bier, ein Modellbauset sowie eine Playstation 5.

So sollen die Schwächsten der Gesellschaft wenigstens über die Feiertage gerettet werden. Schließlich werden die Heimwerker für den Wiederaufbau der post-coronalen Gesellschaft noch gebraucht.

Lesen Sie hier, warum der Weihnachtsmann Millionen Wunschzettel verbrennen muss.

Foto: Shutterstock

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