Ansteckungsgefahr durch Speichel auf Briefmarken – Weihnachtsmann muss Millionen Wunschzettel verbrennen

Dunkler Rauch über dem nord-finnischen Napapiiri, dem weltbekannten Weihnachtmann-Dorf. Wie lokale Zeitungen berichten, sind der Weihnachtsmann und seine Helfer momentan damit beschäftigt, Millionen Briefe und Postkarten zu verbrennen, welche Kinder aus aller Welt samt ihrer Wunschzettel an den Weihnachtsmann geschickt haben. Denn: die Speichelrückstande der abgeleckten Briefmarken könnten das Corona-Virus ins Weihnachtsdorf bringen. Für die abgeschieden lebende Gemeinschaft eine tödliche Bedrohung. Wir haben uns auf den beschwerlichen Weg gemacht, um vor Ort zu recherchieren und den Weihnachtsmann zur Rede zu stellen.

Als wir eintreffen, sind etliche Weihnachts-Elfen in Schutzanzügen gerade damit beschäftigt, schubkarrenweise Briefe und Postkarten heranzuschaffen und dann mit kleinen Schaufeln in eine große Feuerstelle zu werfen. Unzählige Kinderwünsche, die in Rauch aufgehen!

Wie wir schnell herausfinden, gibt es trotz der Brief-Verbrennungen nicht genug zu tun für die Weihnachts-Elfen. Normalerweise wären sie um diese Zeit des Jahres damit beschäftigt, Spielzeug für den Weihnachtsmann herzustellen. Nur 30% der Belegschaft konnte weiter beschäftigt werden, der Rest ist in Kurzarbeit. Im nahe liegenden Elfen-Dorf herrschen triste Zustände: Überall kann man die Zeichen von Alkoholismus und Verwahrlosung sehen. Nur das Elfen-Casino „Fünf vor Elf“ und das Bordell „Oh du Fröhliche“ haben regen Betrieb. Vor dem lokalen Spirituosen-Geschäft bricht plötzlich eine Schlägerei zwischen zwei Elfen aus. Mit Zuckerstangen und Christbaumkugeln beharken sich die zwei Kontrahenten, bis einer regungslos im Schnee liegenbleibt.

Der Weihnachtsmann verlässt sein Haus nur noch, um neuen Eierlikör zu beschaffen. Wir haben Glück und erwischen ihn gerade bei seinem täglichen Besorgungs-Gang. Schlecht gelaunt, unrasiert und mit deutlichem Übergewicht läuft er durchs Dorf und beschimpft alle, die seinen Weg kreuzen. Zunächst winkt er die Interview-Anfrage mit seinen weißen Schutzhandschuhen unwirsch ab. Doch mit einer Flasche seltenem Kolibri-Eierlikör gelingt es uns schließlich, ihn für ein Foto und ein kurzes Interview in seiner Stube zu gewinnen.

Scheinheiligenschein: „Herr Weihnachtsmann, wie fühlen Sie sich momentan?“

Weihnachtsmann: „Ich kann nur sagen: Fuck 2020! Eigentlich sollte dieses Jahr ein besonderes Weihnachtsfest werden. Als Teil des Pariser Klimaschutzabkommens wollte ich zum ersten Mal meinen neuen Tesla-Schlitten nutzen. Denn der CO2-Hufabdruck der Methan-prodozierenden Rentiere, die den Schlitten bisher gezogen haben, war eine Katastrophe. Möchten Sie ein Stück Rentier-Wurst?“

Der scheinheiligenschein-Reporter kaut verlegen auf der fettigen Wurst und beißt auf ein Stückchen Geweih.

Scheinheiligenschein: „Mhm, knackig. Sie verbrennen ja nun gerade Millionen Wunschzettel. Heißt das, Weihnachten 2020 fällt komplett aus?

Weihnachtsmann: „So weit will ich es nicht kommen lassen. Es ist ja alles schon deprimierend genug. Ich habe mir vorgenommen, meinen Einsatz unter besonderen Schutzvorkehrungen zu fliegen. Das heißt: kein illegales Betreten der Häuser über den Kamin mehr und Abstand halten. Wir werden die Pakete wohl per Fallschirm abwerfen, experimentieren aber auch mit Drohnen.“

Scheinheiligenschein: Aber ohne die Wunschzettel ­– was bekommen die Kinder denn dann geschenkt?

Weihnachtsmann: „Ich habe mir lange Gedanken über ein sinnvolles Geschenk gemacht: Alle Kinder werden nun an Heiligabend die Autobiographie von Friedrich Merz erhalten“.

Der Weihnachtsmann wischt sich eine Träne von der Wange.

„Denn die Kinder sollen es einmal besser haben als ich!“

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Dieser Artikel wurde (redaktionell bearbeitet) auch auf www.der-postillon.com veröffentlicht.

Lesen Sie hier, warum der DFB Elfen diskriminiert.

Fotots: Shutterstock

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