Kontaktfreies Spielen: Neuer Trend Ganzkörper-Bällebad

Wie nach den Beratungen zwischen der Bundeskanzlerin und den Länderchefs bekannt wurde, sollen nun soziale Kontakte weiter reduziert werden und auch Minderjährige nur noch einen „festen Freund“ treffen. Während viele Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter sich noch gar nicht bereit für eine feste Partnerschaft fühlen, ächzen die anderen unter der zunehmenden Last an Fortnite, Minecraft und Netflix, die ihnen die Corona-Krise aufgebürdet hat.

Doch nun gibt es eine Pandemie-konforme Möglichkeit, mit der die Kleinen weiterhin Altersgenossen treffen und mit ihnen spielen können: In ganz Deutschland poppen Ganzkörper-Bällebäder auf. Dabei wird das Kind in einem hermetisch verschlossenen Gummi-Ball, einem sogenannten „Bubble“ verpackt und mit bis zu 20 anderen „Ball-Kindern“ in eine Grube gegeben. Dort können sie fröhlich rumkugeln und sich anrempeln – ganz ohne Angst vor Aerosolen und Tröpfchen.

Wir haben Sven K., Vordenker der „Fröhliche Kinder Kugeln (FKK) e.V.“ und Besitzer des „Kugeln vor Lachen“ in Delmenhorst besucht. Für ihn war die Corona-Krise die Chance, ein neues Geschäft zu entwickeln und dabei Gutes zu tun. Er erinnert sich: „Die Idee hatte ich beim Essen eines Überraschungs-Eis. Das Innere ist perfekt geschützt vor der Schokolade – dieses Konzept hat mich fasziniert. Dann habe ich mit ein paar Sprungbällen experimentiert und sehr schnell war der erste »Bubbble« fertig und eine Geschäftsidee geboren. Durch die Kontaktbeschränkungen haben wir inzwischen Nachfragen aus ganz Deutschland und das Geschäft boomt.“

Doch was muss man bei diesem infektionssicheren Spaß beachten? Nachdem die Kinder in den Bällen sicher verschlossen sind, reicht der Sauerstoff für ca. 30 Minuten. Die Eltern erhalten einen Buzzer, um ihren Nachwuchs rechtzeitig wieder rauszuholen. Toller Nebeneffekt: Die Schreie der Kinder sind durch die Ballhülle stark gedämpft, es herrscht eine angenehme Ruhe im Bällebad. Verletzungen kommen durch die Hülle außerdem kaum vor.

Sven K. räumt aber ein, dass die „Bubbles“ auch Nachteile haben: „Für Kinder, die unter Platzangst oder Blähungen leiden, sind die Bubbles nichts. Gefährlich wird es auch, wenn man zu doll rumkugelt und sich übergeben muss. Das gibt eine ziemliche Sauerei, da das Erbrochene wie in einer Waschmaschine auf Schleudergang verteilt wird.“

Solange die Kontaktbeschränkungen bestehen bleiben, muss Sven K. sich also keine Sorgen machen, dass die Blase platzt. Er plant bereits für die nächsten Monate und will im Dezember mit einer „Weihnachtskugel“ Motto-Party durchstarten.

Lesen Sie hier, wer noch vom Lockdown profitiert.

Originalfotos (bearbeitet): Shutterstock, Pixabay

Share and Enjoy !

0Shares
0 0