Doktorarbeiten viel zu schwer – Giffey will neuen akademischen Grad Dr. plag. (Doctor Plagiarius) für Politiker

Wie am Freitag gemeldet wurde, verzichtet Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Franziska Giffey, auf ihren Doktortitel. Damit will sie einer wiederholten Überprüfung ihrer unter Plagiatsverdacht stehenden Doktorarbeit durch die FU Berlin zuvorkommen.

Pikant: Giffey hatte 2019 angekündigt ihr Amt niederlegen zu wollen, sollte ihr der Doktortitel entzogen werden. Da sie nun aber den Titel „zurückgibt“ und er ihr so nach eigener Logik nicht mehr entzogen werden kann, bleibt sie selbstverständlich im Amt. Mit dieser Aktion wolle sie als Familienministerin auch gerade jungen Menschen Mut machen, sich im Zweifelsfall aus der Verantwortung zu stehlen, so Giffey. Konsequenz sei auch immer eine Frage des Timings.

Damit reiht sich Giffey ein in eine lange Liste von Politikern, die dem Motto „gut kopiert ist halb promoviert“ gefolgt sind: der ehemalige Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU), die ehemalige EU-Parlamentarierin Silvana Koch-Mehrin (FDP) und Ex-Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU), um nur die prominentesten Fälle zu nennen.

Also nur ein weiterer Beleg dafür, dass es einfacher ist ein Bundesministerium zu leiten, als eine wissenschaftliche Arbeit zu verfassen?

Die hohen Anforderungen seien Teil des Problems, räumte Giffey bei einer Pressekonferenz in ihrem Ministerium ein. Das viele Zitieren, Quellenangaben und dann noch eigene Forschungsleistung – dieser Stress sei mit dem gewohnten Alltag als Bundespolitikerin nicht vergleichbar und würde sie und etliche Kollegen überfordern.

Deshalb ging Giffey gleich in die Offensive und stellte ein Konzept vor, welches das Ungleichgewicht zwischen dem Bedarf an akademischen Rängen und den wissenschaftlichen Fähigkeiten von Politikern beseitigen soll. Gemeinsam mit anderen Ex-Doktoren will sie die „Politische Universität Berlin“ (PUB) gründen, die zukünftig den Titel Dr. plag. (Doctor Plagiarius) an gestresste Politiker verleihen darf. Die Idee des Abschreibens soll dabei die Basis für das wissenschaftliche Arbeiten an der PUB darstellen und ausdrücklich erlaubt werden – denn warum immer wieder das Rad neu erfinden?

So könne man zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: die Politiker könnten weiterhin einfach Doktortitel erlangen und ihr Ego aufpolieren, während für den Rest der Gesellschaft der neue akademische Grad eine Art Warnfunktion erfüllen könne.

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Originalfoto (bearbeitet): https://pixabay.com/de/

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