Polizei warnt: Immer mehr junge Menschen Opfer von „Großeltern-Trick“

Die Bundespolizei warnt vor einer rapiden Zunahme von Betrugsfällen mit dem sogenannten „Großeltern-Trick“, der auf junge Menschen unter 30 abzielt. Die Masche funktioniert dabei immer nach demselben Prinzip: Eine ältere Dame oder ein älterer Herr nehmen Kontakt mit dem Opfer auf, und geben sich als dessen Großmutter oder Großvater aus. Ein Gespräch über das Wetter, die gute alte Zeit und Kuchenrezepte folgt. So wird gekonnt eine typische Großeltern-Atmosphäre erzeugt. Das Gespräch endet dann immer mit der Forderung nach Geld, zum Beispiel mit dem Verweis auf eine anstehende Hüft-Operation. In Einzelfällen konnten die kriminellen Alten die Opfer auch davon überzeugen, dass der Generationenvertrag nun direkt und in bar abgewickelt werde. Für die schlecht informierten jungen Menschen mit geringer Aufmerksamkeitsspanne ein schwer zu durchschauendes Spiel.

Besonders perfide: die kriminellen Alten nutzen dabei oft altmodische Technologie, wie z.B. Festnetz-Telefonie oder Besuche, um ihre Opfer durch „technologische Unterforderung“ zu überrumpeln.

Polizeisprecherin Mayer erklärt: „Oft wird gezielt das Telefonbuch nach jung klingenden Namen wie Kevin oder Chantalle durchsucht. Dann klingelt das Festnetz-Telefon des Opfers. Viele wissen gar nicht mehr, dass sie so ein Gerät überhaupt besitzen und sind total verunsichert. Der Rest ist dann ein Kinderspiel für die Betrüger.“

Auch sogenannte „Besuche“, bei denen die Täter die Opfer in ihrer Wohnung aufsuchen, kommen immer wieder vor. Die jungen Menschen, die einen Großteil ihrer Zeit online verbringen und das Gesicht ihrer Großeltern oft nur noch von Facebook kennen, sind mit der Situation dann meist völlig überfordert. Schnell ist „Opa“ in der Wohnung und nimmt IPad und Fernseher mit, um sie freundlicherweise in seinem Werkraum zu warten.

Selbst vor dem Versenden von analogen Briefen, meist mit der Bitte um Antwort und Bargeld, machen die Verbrecher nicht halt. Die Erfolgsquote liegt hier bei über 80%.

Die Polizei will nun eine Informations-Kampagne starten, um junge Menschen aufzuklären. Sollten Sie also in den nächsten Tagen unerwarteten Besuch von der Polizei bekommen, lassen Sie diese bitte ungefragt in Ihre Wohnung. Die Aufklärungs-Teams sind dabei meist zu zweit unterwegs. Während ein/e Polizist/in das Gespräch führt, kontrolliert der/die Kolleg/in die sachgemäße Aufbewahrung der Wertgegenstände in der Wohnung.

Lesen Sie hier, wie der „Michelin-Mann“ ums Leben kam.

Originalfotos (bearbeitet): 1) https://www.pxfuel.com/ 2) https://pixabay.com/

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