Größter deutscher Narrenverein „Querdenker“ will Karnevalsverbot trotzen

Deutschlands größter Narrenverein „Querdenker“, will sich das närrische Treiben nicht austreiben lassen und plant trotz Corona-Maßnahmen weitere Umzüge in deutschen Großstädten. Pünktlich zum 11.11., dem traditionellen Beginn der Karnevals-Saison, steht nun ein Umzug in Köln unter dem Motto „Karneval der Liebe“ an.

Bei den Querdenker-Umzügen treffen sich regelmäßig Narren aus ganz Deutschland, um in fantasievollen Kostümen Schabernack zu treiben und die Regierenden aufs Korn zu nehmen. Von kaisertreuen Reichsbürgern, die wie aus der Zeit gefallen zu scheinen, über esoterische Schamanen in Hippie-Tracht bis hin zu Virologen in KZ-Häftlingsuniform – Querdenker bietet ein buntes Spektrum an Verkleidungen.

Oberster Narr Michael Ballweg erklärt, was hinter den Umzügen steckt: „Wir wollten mit unseren Umzügen eigentlich ein Zeichen für 365 Tage im Jahr Karneval setzen, weil wir solche unglaublichen Narren sind. Der Protest gegen die Corona-Maßnahmen ist für uns zweitrangig. Schade, dass uns die Mainstream-Medien immer wieder darauf reduzieren. Wichtiger sind für uns Party, Dampf ablassen und Remmidemmi. Wir hätten uns genauso gut unter dem Motto »Beschneidung der Menschenrechte durch das Flaschenpfand« treffen können.“

In der Karnevals-Szene sind die Querdenker-Narren jedoch nicht unumstritten. Zum einen lehnen sie im Gegensatz zu vielen traditionellen Karnevals-Vereinen strikt das Tragen von Masken ab. Zum anderen stieß das Karnevalstreiben außerhalb der traditionellen „närrischen“ Jahreszeit auf wenig Verständnis. Auch aus dem Rest der Gesellschaft und der Politik gibt es viel Kritik: Viele extreme Positionen, besonders von rechts, hätten in der Querdenker-Bewegung ein neues zuhause gefunden. Hetze und Randale, wie letztes Wochenende in Leipzig, inklusive. Auch Brandstiftung, durchgeführt von den Querdenker-Funkemariechen, scheinen jetzt zum Repertoire zu gehören. Molotov statt Kamelle – sieht so die Zukunft des Karnevals aus?

Ballweg wiegelt ab: „Bei solch einer großen Massen-Bewegung ist es schwierig, den Überblick zu behalten. Sicher gibt es hier und da ein paar tausend schwarze Schafe. Man kann uns aber nicht für jeden der tausenden Einzelfälle verantwortlich machen. Schließlich bieten wir den Extremisten lediglich eine Plattform und Applaus. Und dass einige Querdenker aggressiv reagieren, wenn sie mit wissenschaftlichen Fakten oder logischen Argumenten konfrontiert werden, versteht sich ja von selbst.“

Ob der Fortschritt bei der Impfstoff-Entwicklung dem Verein wohl den Wind aus den Segeln nimmt? Wohl kaum. Erst wenn sich die närrische Zeit auf 365 Tage im Jahr erstreckt, haben die Querdenker ihr Ziel erreicht. Außerdem: Da es keine allgemeine Impfflicht geben wird, will die Bewegung weiterhin die Bedrohung durch eine allgemeine Impfpflicht auf ihren Umzügen thematisieren.

Lesen Sie hier, wer die wahren Profiteure des Lockdowns sind.

Foto: Public Domain

Share and Enjoy !

0Shares
0 0