Spiegel und Bild fusionieren zu „Spiegel-Bild“

Die große Koalition der deutschen Presse-Landschaft wird Realität. Um sich in Zeiten der Print-Krise zu bewähren, fusionieren „der Spiegel“ und „Bild“!

Eigentlich eine Sensation, doch in Zeiten sinkender Absatz-Zahlen die wohl letzte Hoffnung für die eigentlich als politisch inkompatibel geltenden Blätter.

Mit dem „Spiegel-Bild“ und „Spiegel-Bild am Sonntag“ soll ein schwarzes Loch in der Mitte der Leserschaft kreiert werden, welches links und rechts alles verschlingt. In Krisen-Zeiten darf man nicht wählerisch sein ­– Dynamitfischen statt Angeln lautet die Devise. Ersten Analysen zufolge könnte das neue Blatt in dieser Konstellation eine Auflage von 82 Mio. Lesern in Deutschland erreichen.

Dabei soll unter dem Motto „Facta Morgana“ das Beste beider Welten vereint werden: Bild liefert eingängige Schlagzeilen und sensationalistische Fake News, der Spiegel tiefgründigere und teils frei erfundene Reportagen. Die besten Fantasie-Geschichten werden unter der Kolumne „Post von Relotius“ veröffentlicht.

Auch ein Klassiker wird in neuem Gewand reanimiert: das „Spiegel-Bild Covergirl“. Zwar wird sich die Dame immer noch leichtbekleidet zeigen, um traditionelle Bild-Leser anzusprechen. Doch wird sie dabei ein Outfit klassischer Männer-Berufe tragen, um Frauen in ihrer Berufswahl zu bestärken. Anfang macht eine barbusige Franziskaner-Mönchin.

Ob dem neuen Blatt mehr Glück beschieden ist als den vergangenen Versuchen, die Absatz-Krise zu bewältigen? So hatte sich der Spiegel bereits erfolglos an einem Koch-Heft („Magen-Spiegel“), einem politischen Magazin für rechte Wähler („Darm-Spiegel“) und einem Geschichts-Magazin („Rück-Spiegel“) versucht. Auch die Bild-Zeitung hatte bereits diverse Auskopplungen wieder einstampfen müssen: So wurden das hauseigene Feuilleton-Blatt („Bühnen-Bild“), ein Box-Magazin („Bild-Hauer“) und die hauseigene Emma-Kopie („Weibs-Bild“) alle drei kurz nach Erscheinen wieder eingestellt.

Lesen Sie hier, warum immer mehr Menschen im Office-Home statt im Home-Office arbeiten.

Bilder: 1) Bild, Lizenz: Public Domain 2) Spiegel, Lizenz: Public Domain

Share and Enjoy !

0Shares
0 0

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ähnliche Beiträge