Gerücht bestätigt: Attila Hildmann ist die deutsche Antwort auf Borat

Sacha Baron Cohen in seiner Paraderolle als Borat ist ein weltweiter Erfolg, der gerade mit einem zweiten Teil zurückgekehrt ist. Als liebenswert-dreister Reporter aus Kasachstan bringt Cohen sich und seine Interview-Partner in absurde Situationen zum Fremdschämen und Lachen.

Jetzt wurde ein Gerücht bestätigt, das schon länger die Runde machte: Attila Hildmann ist die deutsche Variante des beliebten Klamauks! Sein 90-minütiges Film-Debüt „Attila.“ feiert bald auf Netflix Premiere und erste Ausschnitte und Promo-Materialien wurden bereits der Presse zugänglich gemacht.

Dabei orientiert sich die Story am großen Vorbild. Als Verschwörungstheoretiker mit Vorliebe für Fettnäpfchen begibt sich Hildmann in alle möglichen skurrilen Situationen und fabuliert sich durch völlig absurde Interviews. So kann man ihn etwa beim fast schon surrealen Sturm auf den Reichstag sehen, inklusive Verhaftung durch die Berliner Polizei. In einer anderen Szene dreht er einen Clip für seinen Telegram-Kanal, muss aber immer wieder unkontrolliert lachend abbrechen, da der Inhalt einfach zu lächerlich erscheint.

Aber der Film unterhält nicht nur, er hält der Szene der Verschwörungstheoretiker auch einen Spiegel vor. Denn, und hier vermischen sich Comedy und bittere Realität, Hildmann hatte während der Dreharbeiten tausende Anhänger gefunden, die seine völlig überzogenen und abstrusen Aussagen geglaubt und weiterverbreitet hatten. Wer ist hier also der Dumme?

Die Idee zum Film hatte er gleich zu Beginn der Corona-Krise im Frühjahr, wie Hildmann sich in einem Online-Interview zur Veröffentlichung erinnert: „Schon damals haben mich die Verschwörungstheoretiker total genervt, weil mir klar war, dass wir auf eine brenzlige Situation zusteuern. Mit ein paar Eingeweihten haben wir dann einen Plan entwickelt, wie wir diese Leute verarschen und gleichzeitig dem Zuschauer noch etwas zum Lachen bieten können. Um die Publicity zu steigern habe ich dann noch Xavier und den Wendler gefragt, ob sie mitmachen wollen. Der Rest ist Geschichte!“

Hildmann ist auf jeden Fall froh, jetzt wieder ein normales Leben führen zu können. Das ständige Aufrechterhalten des unzurechnungsfähigen Alter Egos in der Öffentlichkeit und die harsche Kritik an seinem erfundenen Charakter haben sichtlich an seinen Kräften gezehrt, wie er unumwunden zugibt. Eine der letzten Szenen des Films zeigt, wie er auf der Berliner Museumsinsel etliche Kunstobjekte mit einer öligen, veganen Sauce bespritzt. Zuvor hatte Hildmann verkündet, der Tempel des Baal, Ursprung allen Übels der Welt, befände sich im Pergamonmuseum. Der Streich, der als fulminanter Höhepunkt der vergangenen Monate geplant war, ging jedoch vielen zu weit: Es drohen strafrechtliche Konsequenzen.

Der Film solle in erster Linie unterhalten, so Hildmann. Doch bleibt die Frage, was Satire eigentlich darf. Sicher ist auch: Tausende Attila-Anhänger erleben nun ein böses Erwachen und müssen sich eingestehen, einem Komiker auf den Leim gegangen zu sein.

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Originalfotos (bearbeitet): 1) Piratenmensch, Lizenz: CC BY-SA 2.0 2) Netflix, Public Domain

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