Wegen Knowhow beim Strahlen-Schutz: Bundesregierung will Atommüll an Verschwörungstheoretiker übergeben

Nach dem Aus für Gorleben hatte die Bundesregierung händeringend nach einem alternativen Endlager für Deutschlands Atommüll gesucht. Ein genialer Vorstoß aus dem Bundesumweltministerium könnte nun das leidige Endlager-Problem für immer lösen: Warum nicht die Personen, die sich am besten mit dem Schutz vor Strahlung auskennen, mit der Verwahrung beauftragen ? Hier hatte sich in letzter Zeit besonders die esoterische Fraktion innerhalb der „großen Verschwörungs-Koalition“ als geeignetste Gruppe empfohlen.

Zur allgemeinen Überraschung konnten sich beide Seiten im Laufe des Tages bereits auf einen Testversuch einigen. Der erste Castor-Transport soll von der „BRD GmbH“  schon Ende Oktober übergeben werden. Den bis dahin verbleibenden Monat wollen die Berufs-Skeptiker nutzen, um eine verlassene Lagerhalle im Spessart mit Orgonit-Pyramiden und Chakren-Kristallen zu verkleiden. Auch von Plänen den Castor-Behälter in Alufolie einzuwickeln ist die Rede.

Wie jedoch konnte die Bundesregierung ihre größten Kritiker für dieses Projekt gewinnen? Als Zugeständnis für das Bewachen des Atommülls sollen die Freiwilligen einige Sonderrechte eingeräumt bekommen. So müssen sie auf dem Areal keine Masken tragen und die Abstandsregeln werden ebenfalls ausgesetzt. Außerdem dürfen sie eigene Reichspässe ausstellen und einen Kaiser ernennen — solange sie das Gelände nicht verlassen.

Für viele Verschwörungstheoretiker ein unschlagbares Angebot, weshalb laut eigener Aussage bis zum frühen Abend bereits mehr als 5.000 Anmeldungen zur Bewachung des ersten Castors vorlagen. In der Szene wird bereits von einem utopischen Atommüll-Kaiserreich geträumt, welches „allen freidenkenden Bürgern als strahlendes Vorbild dienen soll“.

Zur besseren Lesbarkeit der Texte wird das generische Maskulinum verwendet. Foto: https://unsplash.com/

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