Ansturm auf Friseure – Schafscherer müssen aushelfen

Deutschland atmet auf; das Schlimmste ist überstanden. Denn am 1. März dürfen Friseure endlich wieder öffnen.

Doch nun droht neues Ungemach. Kaum war die frohe Nachricht verkündet, waren Friseure schon vielerorts ausgebucht – der Ansturm ist einfach zu groß. Nach dem Impf-Chaos hatten Kritiker bereits kein gutes Haar an der Bundesregierung gelassen. Um nun eine Haarpokaylpse zu vermeiden, will die Bundesregierung diesmal frühzeitig gegensteuern. Eilig wurden mehrere hundert Schafscherer aus Neuseeland angeheuert, um in den ersten kritischen Wochen die überforderten Friseure zu unterstützen. Denn: ein geübter Schafscherer schafft im Schnitt über 200 Schafe pro Tag. Für die vergleichsweise geringe Fläche der menschlichen Kopfbehaarung wird deshalb ein Ziel von 600 Menschen pro Scherer und Tag angesetzt. So könnte Deutschland bis zum Sommer einen Herdenschnitt erreichen.

Die Unterstützung aus Neuseeland wird vom Verband der Friseure innig erwartet, wie Sprecherin Ingrid Tolle bestätigt: „Im ganzen Land schärfen Friseurinnen und Friseure momentan ihre Scheren. Einen derartigen Ansturm hatten wir zuletzt als die Hippie-Zeit endete und die Matten ab mussten. Deshalb haben wir unsere Mitgliederinnen und Mitglieder auch angewiesen, nur ein Notprogramm anzubieten. Spitzen schneiden, Haare färben und Dauerwelle wird es in den ersten Wochen nicht geben. Wir werden uns darauf konzentrieren, soviel Kubikmeter Haar wie möglich zu schneiden. Nur so können wir noch haarscharf einer Katastrophe entgehen.“

Das erste Flugzeug mit 83 neuseeländischen Schafscherern ist bereits am Freitag in Düsseldorf eingetroffen. In einem zweiwöchigen Crash-Kurs werden die Scherer nun auf den Einsatz am Menschen vorbereitet. Auf den Boden drücken, festhalten und mit dem Knie fixieren wird von den meisten Kunden nicht gerne gesehen. Dass hin und wieder etwas Blut fließt und auch das ein oder andere Ohr dran glauben muss, wird von der Bundesregierung hingegen nicht als Haar in der Suppe betrachtet, sondern als Kollateralschaden verbucht.

Weit größer wiegt die Angst vor langhaarigen, unzufriedenen Bürgern, die keinen Friseur-Termin bekommen können. „Seit der 68er-Bewegung wissen wir um den Zusammenhang von langen Haaren und Umsturzpotenzial“, so ein Regierungssprecher. „Deshalb haben wir Friseure immer als systemrelevant betrachtet und wollten diese noch vor anderen Einrichtungen öffnen. Der Langhaar-Inzidenzwert ist deutschlandweit bei über 500 und hat sich somit zu einer haarigen Angelegenheit ausgewachsen.“ Eine Diskussion über die Notwendigkeit von Friseur-Öffnungen sei in den Augen der Bundesregierung deshalb reine Haarspalterei.

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Foto: Shutterstock

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