Weil FFP2-Masken bei Vollbart nicht abschließen: Hipster-Bärtchen immer beliebter

Keine guten Zeiten für vollbärtige Hipster: Weil FFP2-Masken bei dichten Bärten nicht richtig abschließen, und damit de facto unnütz werden, sollen die Bärte nun ab! In Bayern ist das Tragen einer FFP2-Maske im öffentlichen Nahverkehr und beim Einkaufen ab 18. Januar bereits Pflicht. Eine Entwicklung, die sich nun auch in anderen Bundesländern als Teil der nächsten Lockdown-Eskalationsstufe durchsetzen könnte.

Für Hipster, die schon sehr unter der Schließung ihrer geliebten „Barbershops“ im Lockdown gelitten haben, droht jetzt eine Schicksalsentscheidung: Zuhause bleiben oder Komplett-Rasur!

Zum Glück gibt es nun eine Möglichkeit, wie Hipster zumindest einen Teil ihrer Gesichtswürde behalten können: das sogenannte Hipster-Bärtchen. Dabei wird fast das komplette Gesicht glatt rasiert, um den korrekten Sitz der Maske zu garantieren. Nur ein kleines, rechteckiges Bärtchen unter der Nase sorgt für einen markant-männlichen Look.

Sven P. vom Institut für Hipstologie aus Berlin-Neukölln hat intensiv zur Bart-Problematik geforscht und das Hipster-Bärtchen in einem vielbeachteten Artikel im „Hipsterschen Beobachter“ empfohlen. Bei einem Slow Cold Brew Soy Machinatto mit Buchenholz-Raspeln erklärt er uns, warum er sich für den unkonventionellen Bart stark macht. „Dieser Bart, ursprünglich durch Charlie Chaplin populär gemacht, wird unter anderem auch als Zweifingerbart, Fliege oder Quadratbärtchen bezeichnet. Besonders interessant dabei ist, dass viele Soldaten im ersten Weltkrieg eigentlichen einen buschigen Schnauzbart getragen hatten, und diesen dann seitlich abrasieren mussten, damit die Gasmaske richtig sitzt. Style follows function! Sie standen also vor einem ähnlichen Problem wie viele Hipster heute.“

Der Restbestand an Gesichtshaar würde als eine Art Bart-Reservat für den geplagten Hipster dienen, von dem aus nach der Pandemie der Rest des Gesichts wieder kultiviert werden kann. So hätten auch die sündhaft teuren Bart-Pflegeprodukte noch ihre Daseinsberechtigung und Barbershops könnten nach dem Lockdown weiterhin auf ihre Stammkundschaft zählen. Sven P. selbst trägt das Hipster-Bärtchen bereits seit einigen Wochen und erhält viele anerkennende und neidvolle Blicke aufgrund seines neuen Looks.

Werden die Hipster-Bärtchen also bald die Straßen deutscher Szene-Viertel fluten? Sven P. glaubt an eine vielfältig Entwicklung: Neben dem „Hipster-Bärtchen“ forscht sein Institut auch an Vollbart-Prothesen, die man an die FFP2-Masken oder am Gesicht befestigen kann. Und natürlich gebe es unter der Hipster-Jugend auch einige, die gar keine Gesichtsbehaarung tragen. „Und vergessen sie nicht den Bund deutscher Hipster-Mädels! Die tragen auch selten Bart!“ fällt Sven P. noch ein. Erlaubt sei, was teuer und Instagram-tauglich ist.

Sieht er denn Ähnlichkeiten mit einem anderen berühmten Kurzbart-Träger? „Eine Politisierung des Bartes lehne ich ab“, so Sven, „für mich ist das ein Charlie-Chaplin-Bart. Hipster sind nicht politisch, wir haben keine Agenda. Kern des Hipster-Daseins ist die Aneignung bestehender kultureller Symbole und Trends, um diese dann totzureiten. Beim Aneignen sind wir aber flink wie Windhunde, zäh wie Leder, hart wie Kruppstahl!“

Fotos (bearbeitet): 1) Shutterstock 2) Pixabay

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